Buchbesprechung: Florian Naujoks: Rossbreiten

Das Leben von Bastian Kramer befindet sich nicht wirklich in einer Schieflage, sondern eher in einer Flaute, aber das wohl schon seit rund 30 Jahren. Nach einer Schulzeit am Rande der Klassengemeinschaft und einem Studium, in das er eigentlich nur so hineingeschlittert ist, befindet er sich jetzt – mit 31 – zum ersten Mal in einer Existenzkrise, weil er sich zum ersten Mal in seinem Leben verliebt hat, sich auf Gefühle einließ und den Sprung zu wagen schien, aber dann doch nicht den Haupttreffer landete. Während sich statt Kapiteln die Zahl der Bierchen auf dem Küchentisch mehrt, lässt Kramer sein Leben Revue passieren; das ist zum Teil unglaublich heiter und erkennbar (jedenfalls für ungefähr seine Altersgruppe, zu der anscheinend selbst ich, der ja auch aus der ostfriesischen Provinz stammt, noch zählen kann), aber manchmal auch sehr nervenaufreibend, denn ich verspürte als Leser immer wieder das Bedürfnis, diesem Jammerlappen mal gehörig in den Allerwertesten zu treten. Und war auch immer versucht, diese Episteln eines an allem herumnörgelnden, aber niemals selbst entschlossen etwas angehenden Lebensvermeiders zur Seite zu legen. Aber ich muss zugeben, dass ich froh und glücklich bin, das Buch doch bis zum Ende gelesen zu haben, denn das Buch schließt mit einem tatsächlichen glaubwürdigen positiven Akzent.

https://www.goodreads.com/book/show/18193937-rossbreiten?from_search=true

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Über kaynerlei

Übersetzer, Dolmetscher und Deutscher mit Wahlheimat in den Niederlanden, liebem Ehemann, zwei Hunden und Faible für Oper und schöne Stimmen
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