Buchbesprechung von Ursula Poznanskis Blinde Vögel

Auf dem Waschzettel steht etwas von Thriller, aber dann geht es auf Tatort-Ebene los, denn die Kommissarin ist alleinerziehende Mutter und ihr Kollege hat Beziehungsstress, aber immerhin mit einer Niederländerin. Und der Chef mag die Polizistin nicht. Na, das sind ja mal richtig originelle, nie dagewesene Umstände, die auch völlig neuartig präsentiert werden… not!!
Immerhin gibt es Leichen genug, die wohl alle in irgendeinem Zusammenhang zu einer kitschigen Lyrik-Gruppe auf Facebook stehen. Aber trotz Leichen kommt das Ganze nicht so richtig ins Rollen und wird auch nicht wirklich spannend, vielleicht weil die Hauptpersonen alle nur für sich selbst existieren und keinerlei Dramatik aufkommt. Selbst die kurzen Betrachtungen des Mörders wirken eher gelangweilt, als von Mordlust getrieben. Und das ist dann 350 Seiten lang der Fall, bis Kommissarin Karpasky endlich einen deutlichen Hinweis auf den Hintergrund der Morde bekommt. Jetzt zeigt sich erst, wie sinnig das Ganze aufgebaut ist. Schade, dass die Autorin nicht schon 200 Seiten vorher damit angefangen hat. Die Auflösung erweist sich dann als spannend. Endlich! Aber das Nachspiel wird auf 2 Seiten bearbeitet. Das hätte besser gekonnt.

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Über kaynerlei

Übersetzer, Dolmetscher und Deutscher mit Wahlheimat in den Niederlanden, liebem Ehemann, zwei Hunden und Faible für Oper und schöne Stimmen
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