Buchbesprechung: Totensonntag von Andres Föhr

In Bayern findet Kommissar Wallner die Leiche einer Frau, die anscheinend am 2. Mai 1945 kurz vor Kriegsende einem Mord zum Opfer gefallen ist. Lässt sich da knapp 50 Jahre später noch ein Täter entdecken? Zum Glück bekommt Wallner, der als Nichtraucher, Abstinenzler und Drogengegner eher einer Spaßbremse ähnelt, die Hilfe vom Kollegen Kreuthner, der es als reines Gegenteil nicht so genau nimmt mit Vorschriften, wie es in dessen halbkrimineller Familie ja eher typisch ist. Hinzu kommt noch eine hilfreiche Staatsanwältin, die sich wohl in den jungen schüchternen Polizeiler verguckt hat. Diese drei müssen sich also mit einer Vergangenheit beschäftigen, die ein ganzes Dorf allerdings lieber komplett vergessen möchte; höchstens ein potenzieller Erpresser nicht. Und als der dann in der Tiefkühltruhe gefunden wird, geht’s mit den Ermittlungen so richtig los.

Das Ganze ist flott geschrieben, liest sich prima, aber die paar überzogenen Peinlichkeiten, die sich die Kriminalen leisten, sind mir auf jeden zu grotesk peinlich, als ich sie als liebenswürdige Spleens bezeichnen würde. Mehr würde es da wohl auch tun. Das würde der Überzeugungskraft der ansonsten fesselnden Geschichte außerdem eher zu- als abträglich sein.

Aber ein nächster Teil der Reihe ist durchaus geplant, nur nicht gleich sofort.

https://www.goodreads.com/book/show/18710112-totensonntag

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Über kaynerlei

Übersetzer, Dolmetscher und Deutscher mit Wahlheimat in den Niederlanden, liebem Ehemann, zwei Hunden und Faible für Oper und schöne Stimmen
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