Flotter Vierer in Wirfttal (4.10. bis 7.10.2013)

Freitag, der 4. Oktober 2013

Inzwischen ist es für uns ja schon fast zur festen Gewohnheit geworden, um immer mal wieder ins deutsche Stadtkyll zu fahren, damit wir zusammen mit Pieter und Harmen hier ein Wochenende verleben können. Also packen wir Anfang Oktober unsere Siebensachen, räumen Hundekissen ins Auto und legen die Pässe bereit. Schade nur, dass gerade zum Wochenende die Wettervorhersage wieder ungünstiger wird, aber dann können wir wenigstens den Kamin im Häuschen richtig nutzen.

Nachdem ich Freitagmorgen auf einmal noch von allerlei Kunden angemailt werde, ob ich  nicht noch das und jenes für sie machen kann (Ja, kann ich, aber erst nächste Woche), und Pieter und Harmen dann zu uns statt wir zu ihnen fahren, ist es dann um 11:30 Uhr doch so weit, dass ich den Computer herunterfahre und den Kaffee einschenke, bevor wir uns dann auf zwei Autos verteilen. Zum Glück kann ich noch mit unserem alten neuen Golf 7 fahren, denn der neue Golf 7 ist anscheinend noch nicht da. Also noch ein paar hundert Kilometer mehr mit dem Auto, das in Kürze doch in Zahlung geht.

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Bad Münstereifel

Trotz des regen LKW-Verkehrs am Freitag sind wir schnell unterwegs und kommen ziemlich flott bis nach Bad Münstereifel, in dem wir nicht die Gaststätte von Heino aufsuchen, sondern ein kleinen Bummel durch das mittelalterliche Stadtzentrum machen. Wie schön, dass dieses Städtchen im Gegensatz zu Monschau so ruhig und von Touristen relativ vergessen ist. Das steigert die Stimmung und die Atmosphäre. Nach einigem Suchen und Hunde-vermeiden finden wir ein nettes Restaurant mit regionalen Spezialitäten, in dem wir für Flammkuchen und Federweißer einkehren. Naja, einkehren ist es eigentlich nicht, denn wir setzen uns nach draußen, denn am frühen Nachmittag lässt es sich mit ein bisschen gutem Willen dort auch aushalten; nur die Hunde müssen so hie und da dann erfolgreich abgelenkt werden, damit sie sich nicht auf ordinäre Straßenkämpfe mit ihren Artgenossen einlassen. Speis und Trank sorgen schnell für gute Stimmung und gefüllte Mägen, sodass wir unseren Bummel durch die Altstadt fortsetzen können, und während Pieter und Harmen der Kirche am Ort einen Besuch abstatten, nehme ich mir eine der drei örtlichen Buchhandlungen zur Brust und darf Robert alldieweil die Hunde hüten. Mit einer Plastiktüte und drei neuen Büchern bewaffnet (jaja, ich wollte eigentlich nur noch E-Books kaufen) geht es dann weiter. Dann ruft auch noch eine Kundin an, damit ich für sie eine Probeübersetzung für einen möglichen Neukunden zum Thema „Vor Eifersucht grüne Jalousien“ machen kann.

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Unser Landal-Häuschen

Dann geht es weiter Richtung Wirfttal. Obwohl ich die autobahnfreie Strecke auswähle, finden wir trotzdem keinen Supermarkt, sodass wir an der Rezeption des Ferienparks entscheiden, dass die drei Herren zu einem Laden hier am Ort fahren, während ich schon einmal einchecke und mit den Hunden zum Häuschen fahre, das wunderbar am Rand des Parks gelegen ist und einen direkten Blick auf Bäume und Wald bietet. Herrlich.

Die Koffer, Taschen und Hundekissen schleppe ich ins Haus und packe schon einmal so viel wie möglich aus, beziehe sogar schon die Betten und texte den Jungs, wo sie mich später finden können, und bin eigentlich gerade mit dem ersten Einrichten fertig, als auch schon die Drei mit ihren Einkaufstaschen angerückt kommen. Nach dem ersten Auspacken ist es höchste Zeit für Kaffee, dann das Hunde-Zähneputzen und dann ein Gläschen Sekt, bevor wir zu dem uns bereits bekannten Jugoslawen fahren, dessen Interieur durch die heitere Kombination von chinesischen Schnitzereien und Balkankitsch besticht. Aber das Essen ist gut und wir werden intensiv mit Dalmatinerteller und Zigeunerspieß abgefüllt. Der Rest des Abends wird in gemütlicher Runde vor dem Kaminfeuer verbracht.

Samstag, der 5. Oktober 2013

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Robert, Harmen und Pieter

Anscheinend waren die Hunde auch ziemlich erschöpft, denn am Samstag kann ich doch ein wenig ausschlafen und muss nicht schon im Dunkeln zuhören, wie zwei begeisterte Hunde um halb sieben fröhlich vor sich hin heulen. Kurz nach 8 stehe ich auf und entdecke die Brötchen an der Türklinke (super, dieser Brötchenservice). Da kann ich mich also ungestört und unbeschwert auf den Weg Richtung Wald machen. Es tröpfelt jetzt auch nur noch ein bisschen und schon nach wenigen Schritten ist mir mit Jacke und Wollweste schon warm. Die Hunde dürfen auch von der Leine, denn inzwischen hat wieder der Regen eingesetzt und mir ist klar, dass ich bei diesem Wetter wohl doch nicht vielen Menschen begegnen werde. Nach einer Dreiviertelstunde haben sich Darm und Blase der Hunde erfolgreich geleert, während meine Stimmung ziemlich gesunken ist, weil ich inzwischen ziemlich nassgeregnet bin, aber auch gleichzeitig schweißfeucht von unter der Jacke bin. Wie gut, dass ich im Haus schnell Frühstück machen kann, bevor ich mich unter den dünnen Wasserstrahl der Dusche stelle, dem sich Queenie vorsichtig fernhält, obwohl sie neugierig genug ist, mir ins Badezimmer zu folgen. Nach dem Frühstück und reichlich Kaffee machen wir uns zu einem Waldspaziergang auf, denn schließlich ist es inzwischen trocken. Wir kommen durch herbstliche Landschaften und erkennen uns schon bekannte Wege wieder, sodass wir immer wieder neue Schleifen drehen, die uns allerdings nicht immer zu den gewünschten Zielen bringen, sondern eher wieder zurück zu schon bekannten Stellen, was uns aber nicht hindert, weiter ein wenig herumzuexperimentieren, damit wir noch weiter laufen, aber nicht unbedingt durch ein bestimmtes Waldstück gehen zu müssen, dass für das Schuhwerk der Herren alles andere als geeignet ist, bei dem wir aber nach einigen Kurven nach links und rechts doch wieder landen. Naja, zum Glück ist es aber ein wunderschönes Waldstück mit intensiven Grün- und Brauntönen, die nie schöner als im Herbst sind.

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Waldspaziergang

Etwas später als erwartet – aber absolut pünktlich zur Siesta – sind wir dann wieder im Ferienhaus, aber während drei von uns entspannt aufs Sofa plumpsen, plumpst es bei Harmen leider anders, denn er muss erst einmal ausgiebig aufs stille Örtchen, und auch danach erholt er sich nur kaum. Pieter und Harmen fahren noch schnell zur Apotheke in Stadtkyll, aber dort ist leider schon Wochenende. Da sich unser junge Mann auch um halb 4 noch schlecht fühlt, steigen Robert und ich mit Queenie ins Auto, um nach Hillersheim zu fahren, denn dort befindet sich laut Angaben der Rezeption eine Apotheke mit Wochenenddienst. Mit einem mit Immodium und Bierhefe gefüllten Tütchen geht es zurück, und dem Patienten werden erst einmal zwei Durchfallstopper zugeführt, damit der Magen einen künstlichen Stau aufbaut.

Gegen Abend fahren wir zum Restaurant „Alt Stadtkyll“, weil wir uns denken, dass gutbürgerliche deutsche Küche vielleicht etwas magenfreundlicher als die scharfen Speisen der Griechen ist; außerdem hat das griechische Restaurant doch geschlossen. Aber schon nach der Suppe als Vorspeise, entpuppt sich Harmens Bauchgrimmen als hartnäckiger als gedacht. Deshalb bringe ich ihn schnell zurück in unser Ferienhaus, damit er dort ins Bett kriechen kann. Zurück im Restaurant erwartet mich bereits mein Eifeler Bauernsteak, während Pieter noch mit einer Schweinshaxe kämpft, mit dem halb Zeeland hätte ernährt werden können. Deutsche Hausmannskost sorgt halt für einen gut gefüllten Bauch, den ich im Anschluss gerne wieder per Auto den Berg hinauffahre.

Nach einer Stippvisite beim Patienten entschließen wir uns, den Rest des Abends mit dionysischem Traubensaft vor dem Fernseher zu verbringen. Nicht einmal die Hunde haben etwas dagegen einzubringen, still vor sich hin zu schnurcheln, vor allem auch deshalb, weil sie vorher noch einen Kauknochen hatten.

Sonntag, den 6. Oktober 2013

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Djoser

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Queenie

Der Morgen fängt mit Hundegebell an, als der Parkdienst unsere Brötchentüte an die Haustür hängt, und als Pieter kurz darauf zur Toilette geht, und wiederum mit frenetischem Gebell begrüßt wird, beschließe ich, dass es jetzt doch an der Zeit für den Hundegang ist. Mal sehen, wie weit ich es heute Morgen schaffen würde, denn ich weiß, dass ich – sobald ich dann einmal unterwegs bin – ganz allmählich doch immer weiter komme. Und so stehen wir dann doch auf dem großen Feld, auf dem ich die Hunde recht entspannt ableinen kann, damit sie jeden Grasbüschel und noch Vieles mehr erkunden können. Auch die Sonne lässt sich ein wenig sehen. Und im Nu ist schon fast wieder eine Stunde vergangen. Daheim – im Ferienhaus – hat Pieter den Frühstückstisch schon gedeckt und wir genießen schon einmal das erste Brötchen, bis die beiden anderen Herren ihre warmen Nester verlassen. Harmen geht es zum Glück schon wieder viel besser, sodass wir uns auf einen harmonischen Tag in Ruhe einstellen können, denn das große Ausflugsprogramm heben wir uns doch lieber für den nächsten Besuch auf.

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Pieter und Harmen

Außerdem ist es ja auch herrlich, einen Sonntag so zu verbummeln. Pieter, Robert und ich machen noch einen Bummel durch den Wald, während Harmen ein wenig Augenpflege auf der Couch betreibt, die ja sogar geräumig genug wäre für zwei ausgestreckte Körper, aber so müde, dass ich mich für ein Schläfchen entscheiden würde, bin ich denn auch wiederum nicht.

Gegen Abend zieht es uns natürlich doch wieder in ein Speiselokal, obwohl ich mich noch erboten hatte, im Häuschen zu kochen, damit Harmen nicht nach draußen würde gehen müssen, aber das will er selbst überhaupt nicht, sodass wir gegen 18 Uhr wieder ins Auto steigen, nachdem wir uns eigentlich fast alle Optionen für die betreffende Gaststätte offen gehalten haben, denn sowohl der Grieche als auch der Jugoslawe kommen in die engere Auswahl, während die deutsche Stube heute ohne uns wird leben müssen. Und da der Grieche – wohl umständehalber – noch immer geschlossen hat, fahren wir zum Jugoslawen. Wir werden dort gleich in den noch leeren Nebenraum (ohne chinesische Schnitzkunst, aber geschmacklosen Malerei) geschickt, der sich kurz nach unserem Eintreffen mit weiteren Gästen, leider auch mit einem leidigen Käffer, füllt. Anscheinend sind wir nicht nur bei der Wahl eines Lokals unentschlossen, sondern auch bei der Wahl der Speisen fürs Essen, sodass ich denn doch vorschlage, uns für die Überraschungsplatte zu entscheiden, die dann zwar nicht gerade billig, so aber wenigstens die Qual der Wahl erleichtert.

Und es erweist sich als gute Entscheidung, denn der Tisch wird mit zwei großen Platten bedeckt, die zum Glück nicht ausschließlich mit großen Fleischstücken bedeckt sind, sondern auch mit viel Gemüse, Reis und Pilzen. Alles also sehr lecker, sodass der Slibovic danach mehr als gerechtfertigt ist. Sogar Harmen schmeckt es wieder.

Pünktlich zum Tatort sind wir wieder im Häuschen, wie es sich für ein paar brave Jungs gehört. Die Hunde werden mit einem Kaustab beglückt, Pieter versucht etwas glücklos, den Kamin zum Heizen zu bringen, und wir machen es uns mit einem Kaffee auf dem Sofa gemütlich, um Lena Odenthals Bemühungen, einen Mörder eines unerfreulichen Gymnasiasten dingfest zu machen, zu verfolgen. So entspannen wir uns sichtlich, lassen uns danach noch auf Nachrichten und Goldene-Kalb-Verleihungen ein, bevor der Höhepunkt des Abends wohl ein Klatsch-und-Ratsch-Programm des ZDF unter dem Namen history ist, in dem es um Scheidungskriege von Celebritys geht; Harmen ist auch mit 10 Pferden nicht mehr vom Fernseher wegzukriegen. Trotzdem gehe ich um Viertel vor eins schlafen.

Montag, den 7. Oktober 2013

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Queenie & Djoser mit dem Herrchen

Tag der Heimreise. Also mache ich mich schon kurz nach sieben auf in die Morgenluft, um den Hunden noch einen schönen Spazier­gang zu gönnen, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machen, und sie im Kofferraum sitzen müssen. Der Morgen ist hell und klar, und auf der Wiese ist eine herrliche Luft, aber leider bin ich für einen echten Sonnenaufgang noch zu früh; nur zur Morgenröte reicht’s.

Als ich um acht Uhr wieder im Hause bin, liegen die anderen noch in den Betten, sodass ich noch Spülmaschine ausräumen und Frühstückstisch decken darf. Kurz nach acht kommen dann auch die bestellten Brötchen, sodass ich den schwarzen Kaffee (Milch ist ja alle) nicht so nass hinunterwürgen muss. Als dann alle um den Frühstückstisch versammelt sind, geht’s auch ganz fix mit den verbleibenden Speisen und Leckereien, die entweder vernascht oder – kurz darauf – in Taschen zum Mitnehmen verpackt sind. Fast pünktlich um kurz nach zehn stehe ich dann mit unserem Schlüssel an der Rezeption, die ich mit dem Vorschlag für die Rezeptionistin verlasse, doch ein bisschen mehr Abfalleimer aufzustellen, damit die Hundebesitzer keine langen Wege mit gefüllten Hundekotbeuteln zu gehen brauchen.

Eigentlich hatte ich ja erwartet, dass alle schon nach Hause wollten, aber Pieter, Harmen und Robert haben doch noch Lust, noch einen kleinen Abstecher nach Monschau zu machen. Das ist mir natürlich mehr als Recht, denn die Strecke durch die Eifel gefällt mir viel besser als die eintönige Fahrerei auf der Autobahn. Schon nach einer knappen Stunde sind wir in dem Eifelörtchen und Pieter und Harmen, die wir schon nach 2 km verloren hatten, treffen kurz nach uns ein, genau am gleichen Parkplatz. Das ist natürlich sehr praktisch. Und der Ort macht einen ganz anderen Eindruck als bei unserem ersten Besuch, denn wo damals nur Heerscharen von Omas und anderen Rentnern herumliefen, stoßen wir jetzt nur auf vereinzelte Ausflügler, die ruhig durch das Städtchen marschieren. Und sogar Kunst in der Form verrosteten Blechs in Menschenkonturen findet sich auf dem Platz, an dem wir einst eine kleine Brotmahlzeit verzehrt hatten. Jetzt bummeln wir weiter und finden ein kleines Café mit Außenterrasse – oder eher Außenbalkon – über dem Wasserlauf, in dem wir den unvermeidlichen Kaffee und Kuchen zu uns nehmen. Dann schlendern wir wieder zurück und erlauben Queenie dabei nicht, irgendwelche anderen Hunde aufzufressen, bevor wir uns auf den Heimweg nach Eindhoven machen.

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Herren und Hunde

Bei strahlendem Sonnenschein legen wir den letzten Teil unserer Strecke zurück, sodass ein gelungenes Wochenende auch seinen gelungenen Ausklang findet.

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Über kaynerlei

Übersetzer, Dolmetscher und Deutscher mit Wahlheimat in den Niederlanden, liebem Ehemann, zwei Hunden und Faible für Oper und schöne Stimmen
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