Geburtstagstage auf Ameland

Geplant war es ja schon lange, angedacht schon viel länger und angekündigt wurde es dann am 75. Geburtstag von Mutti, von Isolde, im April dieses Jahres. Und im Mai schlugen wir dann endlich Nägeln mit Köpfen und buchten ein Rietdachhaus am Rande der Dünen auf Ameland unweit des Dorfes Hollum. Jetzt brauchte also nur noch Überfahrt, Essen und Animationsprogramm (oder das Fehlen davon) besprochen zu werden.Bild

Am Freitag, dem 30. August, ging es dann zur großen Sternfahrt zum friesischen Holwerd, denn von dort aus fahren die Fähren zur Nordseeinsel. Ich hatte vorgeschlagen, uns um 13:30 Uhr auf dem Parkplatz zu treffen, und natürlich klingelte schon um 12:30 Uhr das Telefon im Auto, weil Mutti schon eingetroffen war. Kurz darauf ging der nächste Anruf ein, denn auch Sandra und Ulli waren schon da. Und so waren wir um 13 Uhr schon zu fünft am Anleger; Martina und Dietmar würden wegen einer Konferenz in Dietmars Schule erst später nachkommen.

Während die anderen sich zu Fuß zur Fähre aufmachten, nahm ich möglichst viel Gepäck und die Hunde mit und fuhr Richtung Fähre. Da musste ich erst einmal die Karten umtauschen (seufz), denn wer getrennt fährt, kann nicht auf eine Sammelkarte. Zudem hatte die Fähre noch Verspätung, sodass ich mit zwei übermütigen Hunden beim Auto bleiben musste. 

Endlich durften wir aber aufs Boot und fanden einen Platz, sodass ich mit Djoser und Queenie hoch aufs Sonnendeck gehen konnte, bei der wir den immer blauer werdenden Himmel gebührend begrüßten.

Im Laufe der 45-minütigen Fahrt wurde das Wetter immer schöner, sodass ich mich nicht zu schämen brauchte, dass ich Robert, Sandra und Ulli mit dem Bus losschickte nach Hollum, während ich Mutti mit ins Auto setzte, und schon mal nach Hollum zum Ferienpark Boomhiempke fuhr, um unser Haus gebührend in Empfang zu nehmen. Das Einchecken war auch im Nu erledigt und das Haus schnell gefunden, sodass das Auto schon entladen war, als die anderen am Empfang abgeholt werden wollten.

BildAuf unserer geräumigen Terrasse konnten wir erst einmal draußen sitzen und den mitgebrachten Sekt genießen. Und wenn man dann erst einmal so entspannt draußen sitzt, hat eigentlich niemand mehr Lust zu kochen, sodass Pizzas, die bis ins Haus gebracht werden, doch sehr verführerisch klangen. Immerhin rafften Ulli und ich uns noch zu einem kurzen Spaziergang in die Dünen auf, damit die Hunde wenigstens etwas erleben konnten und wir immerhin noch das Meer sehen konnten.

Nach Pizza und mehr Sekt sahen wir dann dem Eintreffen der letzten beiden Gäste völlig entspannt entgegen. Wir versuchten uns noch ein wenig an einer Partie Canasta, als die beiden anriefen, weil sie das nicht finden konnten, denn im Haus saß eine Frau mit hochblonden Haaren, die sie nicht erkannten (Sandra) und draußen stand ein falsches Auto (Golf statt Astra). Aber auch die beiden hatten wir schnell eingesammelt, damit wir im Anschluss zu siebt noch heiter plauschen konnten.

Am Samstag ging ich am morgen erst einmal mit den Hunden an den Strand, damit sie so richtig toben und rennen konnten, denn morgens ist die Gefahr, andere Hunde zu treffen, ja bekanntlich am kleinsten. Und mit dem Gang zum Meer durch die Dünen und am Wasser entlang ist man schließlich auch eine gute Stunde unterwegs. Ideal für lauffreudige Vierfüßer, die das Watt zwar erkunden wollen, nicht aber hinein wollen.

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Isolde, Sandra und Robert

Als ich dann zurückkam zum Haus, war der Frühstückstisch schon gedeckt und Ulli hatte für Brötchen gesorgt. So gab es zu leicht hartgekochten Eiern köstliche Brötchen und frischen Kaffee. Und dann konnten Pläne zum Tagesverlauf geschmiedet werden: Während Martina und Dietmar die Insel mit dem Rad erkunden wollten, kümmerte sich Ulli um die Hunde und fuhren Isolde, Sandra, Ulli und ich zum Bummeln nach Nes. Wir ließen dort eigentlich auch kein einziges Geschäft aus und erstanden Mützen, Stiefel, aber vor allem Köstlichkeiten für das leibliche Wohl. Und an der zentralen Kreuzung fanden wir das in einem hübschen Straßencafé, in dem wir mit Apfelkuchen, Cappuccino sowie mit Waffeln mit heißen Kirschen bewirtet wurden. So lässt es sich aushalten. Und inzwischen war auch der Himmel schon fast wieder völlig blau.

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Den Nachmittag verbrachten wir dann auch in entspannter Ereignislosigkeit im und am Haus, denn bei dem herrlichen Wetter will man doch nichts anderes tun, als entspannt in der Sonne zu sitzen; außerdem wollten ja auch unsere Krimis ausgelesen werden. Und als es dann 17 Uhr war, dachten, wir doch, dass es an der Zeit war für das Abendessen.

Mutti wollte nämlich zusammen mit uns zum Restaurant „The Sunset“ laufen, obwohl es doch ziemlich weit war, wie wir schon am Nachmittag gesehen hatten. Aber wir trottelten dann doch zusammen los und waren dann viel zu früh in der Gaststätte, aber das war zum Glück kein Problem. Draußen wollten wir jetzt nicht mehr sitzen, denn durch den Wind was es doch ziemlich frisch, um nicht zu sagen, zu kalt. 

Ach, und was drinnen dann mit Mojitos anfängt, kann ja nicht schlecht werden. Das Essen war zwar sehr unterschiedlich: herrlicher Fisch und zähes, kaltes Fleisch, aber die  Stimmung am Tisch war entspannt und zwischendurch ging immer mal jemand nach draußen, um die untergehende Sonne zu fotografieren, die sich genug Zeit nahm, bis sie um 20:30 Uhr dann doch farbenfroh ganz weiter hinten verschwand.Bild

Und dann waren auch die letzten Getränke aus, und für Mutti und die Fußfaulen ließen wir noch eine Taxe kommen, sodass sie schnell heim konnten. Für Mutti war es nun wirklich auch genug.

Ich nahm mir noch die Zeit und die Ruhe, um mit den Hunden heimwärts zu schlendern, denn spornstreichs ging es bei mir auch nicht mehr. Aber immerhin hatte ich noch genug Tempo drauf, dass mich die anderen, die mit ihren Getränken noch nicht fertig waren, doch nicht einholten, obwohl ich noch tüchtig Fotos von dem faszinierenden Leuchtturm im Abendlicht machte.Bild

Zuhause erwartete uns auf jeden Fall alle ein angenehmes Kaltgetränk …

 

Der Sonntag begann im Prinzip wie auch der Samstag, nur dass niemand Brötchen zu holen brauchte, weil wir schon Brot gekauft hatten, und das Wetter erheblich weniger einladend aussah, aber dennoch machte ich mich wieder mit den Hunden auf den Weg zum Strand, dieses Mal mit einer steifen Brise, die meine Kamera ziemlich verzweifeln ließ, weil ich mich vor allem gesandstrahlt fühlte, und sie sich wohl auch. Den Hunden aber schien es viel weniger auszumachen, und die beiden tobten am Strand herum, während Queenie nach essbaren Krabben suchte, die sich deutlich hörbar neben mir krachen ließ… Das wirkt sich richtig gut auf den Appetit aus… Örgs.Bild

Wieder zurück im Haus stellten wir uns schon mal auf einen Tag auf der Couch ein, denn nach ein paar verzweifelten Versuchen, sich doch nach draußen zu setzen, musste jeder doch die Segel streichen: Es war einfach zu windig, um ein wenig im Freien zu sitzen. Martina und Dietmar machten noch einen Spaziergang, während wir uns damit beschäftigten, unsere Vorräte allmählich zu dezimieren.

Aber so ein Sonntag auf der Couch hat ja auch so seine schönen Seiten: Für die Hunde z. B. ein zweiter Gang an den Strand am Nachmittag, und auch jetzt durften sie von der Leine, denn außer uns waren nur noch 4 andere Leute zu sehen.

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Martina und Dietmar

In der Zwischenzeiten köchelten vielerlei Dinge still vor sich hin, denn Martina und Dietmar bereiteten Coq au Vin für das Abendessen zu. In ganz entspannter Atmosphäre genossen wir die Köstlichkeiten und waren nach dem Abwasch und der unvermeidlichen Partie Canasta dann um Viertel nach acht Uhr bereit für das große TV-Duell der Spitzenkandidaten im Kampf um die Wählergunst. Schon vorher hatten wir festgestellt, dass wir alle andere Parteien wählen, sodass jeder so seinen eigenen Blick auf die Sache hatte, aber wir waren alle recht objektiv (oder versuchten das wenigstens) und waren ziemlich überrascht, dass die Werte für Steinbrück im Anschluss besser als die für Angela waren. Naja, so sieht man mal wieder.

Montagmorgen wollte ich noch einmal mit den Hunden an den Strand, denn ihnen stand ja noch ein langer Tag bevor, und ich freute mich auch schon auf ein letztes Mal Sand und Wasser um mich herum. BildAlso quälte ich mich schon um 7 Uhr aus dem Bett und war kurz nach 8 Uhr wieder zurück. Die anderen waren da auch gar nicht faul gewesen, denn wenn jeder ein wenig mit anpackt, hat man doch ziemlich schnell seine Siebensachen zusammengepackt. So konnten wir ganz in Ruhe frühstücken. Und nachdem ich doch ein wenig den Feldwebel raushängen ließ, standen wir schon um Viertel vor zehn an der Rezeption und hatten alles Nötige erledigt!! Deshalb beschlossen wir, dass ich möglichst viel Gepäck, Hunde und Mütter zur Fähre mitnehmen würde, während die anderen 5 mit einem Taxi zum Anleger fahren würde. Dort würden wir die Koffer und Reisetaschen austauschen, damit die anderen auf jeden Fall die Fähre von 10.30 Uhr nehmen könnten. Isolde und ich sollten dann sehen, mit welchem Boot wir es schaffen würden. 

An der Fähre ging ich auf jeden Fall zum Schalter, um mich zu erkundigen, ob ich vielleicht schon um 11.30 Uhr mitfahren könnte. Das war kein Problem, und vielleicht könnte ich sogar schon das nächste Boot nehmen, sollte mich dafür mal in Reihe 6 anstellen. Also ging’s spornstreichs wieder zum Auto und in die Warteschlange. Die anderen verabschiedeten sich von uns, denn niemand erwartete ernsthaft, dass wir uns noch sehen würden.

Als dann immer mehr Autos ans Schiff heranfuhren, sank unsere Hoffnung auch immer weiter. Und dann konnten wir nur noch beobachten, wie Pkws und Lkws auf die Fähre fuhren, und auf einmal waren alle weg und die Reserveliste war dran. Die ersten Autos hatten Glück, aber dann wurde das Durchwinken doch immer zögerlicher…. Bild Was war es da für eine tolle Überraschung als wir als allerletztes Auto noch mit aufs Boot durften, auf dem die anderen schon oben standen, um uns gebührend zu begrüßen. Na, wenn das nicht ein großes Glück war.

Und so standen wir schon um 11.30 Uhr in Holwerd am Kai und konnten alle gleich weiter nach Hause fahren. Nachdem wir Mutti noch einmal schnell auf die richtige Spur bewegt hatten, ging’s dann auch für uns wieder heim nach Brabant.

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Über kaynerlei

Übersetzer, Dolmetscher und Deutscher mit Wahlheimat in den Niederlanden, liebem Ehemann, zwei Hunden und Faible für Oper und schöne Stimmen
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4 Antworten zu Geburtstagstage auf Ameland

  1. Robert van denDungen schreibt:

    Mooie kiekjes! En nu weet ik ook dat Kai kade betekent!

  2. Jeroen schreibt:

    Op de menukaart ken ik Kai alleen als kip. Mooi verslag en prachtige foto ´s.

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