Herbstliches Weihnachten

Einmal etwas ganz anderes: während Robert mit seinen Eltern das Weihnachtsfest verbringen würde, machte ich mich mit den Hunden alleine auf nach Aurich, um ein paar Tage bei der Mutti zu verbringen.

Kurz nach neun ging’s am Freitag erst einmal los nach Nimwegen, wo ich kurz bei einer ehemaligen Kollegin von der Walldorfschule in Eindhoven vorbeischaute, um ihr meinen Laptop mit Windows zu bringen, den ich, als neuer Apple-Fan, doch nicht mehr benutzte. Dann brauste ich quer durch Nimwegen und am Stadtzentrum von Arnheim vorbei zur A50 gen Norden. Da nicht besonders viel los war, erreichte ich schon halb drei mein Ziel. Das wurde dann prompt mit Kaffee und selbstgebackenen Plätzchen belohnt. Und zum Ende des Nachmittages stimmten Mutti und ich uns schon einmal mit einem Glas Sekt auf unseren Vorabend ein, weil sie noch zu einem Geburtstag durfte, während ich mich mit der ehemaligen Tanzfreundin Brigitte zum Glühweinprobieren auf dem Weihnachtsmarkt treffen wollte. Erst aber war noch ein Moment Zeit zu einem kleinen Stadtbummel, bei dem ich mich freute, dass ich ganz entspannt bummeln konnte, während andere sich noch abmühten, doch noch etwas Besonderes für ihre Lieben zu finden.

Ich fand aber erst einmal Brigitte, die mich umgehend zum besten Glühweinstand zu führen wusste, an dem wir dann auch innerhalb kürzester Zeit ganz ordentlich einen im Timpen hatte, aber das passte dann ja auch optimal zu unserer Stimmung, so kurz vor Weihnachten. Nach einem wilden Schlagabtausch von Anekdoten, Geschichten und Histörchen machte ich mich dann gegen 9 Uhr wieder auf nach Hause, wo Mutti inzwischen wieder eingetroffen war. Dass sie inzwischen „Der kleine Lord“ eingeschaltet hatte, passte mir zwar nicht so, war aber zu überleben. Schließlich war die Zweisamkeit an unserem ersten Abend wirklich nett.

Nach einer ziemlich warmen Nacht in einem Gästezimmer ohne Lüftung unternahm ich erst einmal einen Morgenspaziergang mit den Hunden durch den völlig durchnässten Wald, bevor ich mit Brötchen zurückkam. Und nach dem Frühstück machten wir uns auf in die Innenstadt, um noch ein paar Wege zu besorgen. Aber weder mit einem neuen Handy noch mit einem ausgefallenen Geschenk für wen-auch-immer wurden wir nicht mehr fündig.

Mutti stürzte sich daheim dann wieder auf ihre Küche, um das Essen für die anstehenden Feiertage vorzubereiten, während sie dabei von acht Pfoten – und vor allem vier Augen – sorgfältig beobachtet wurde. Leider für die beiden war außer einem Hundekuchen nicht so viel zu holen, und die Doggies brauchten doch ihre ganze Kraft, denn am Nachmittag sollte es ja noch auf Schusters Rappen nach Sandhorst gehen. Und so geschah’s. Die kleine Rast zwischendurch war allerdings eher aus fototechnischen Gründen ein voller Erfolg.  So bekamen wir natürlich auf jeden Fall richtigen Kaffeedurst, obwohl das mit dem Kaffee für die Hunde doch Essig war. Die bekamen noch ein Leckeri und durften sich dann ablegen, während das Herrchen einen netten Schwatz mit Gerhart und Eva über Gesundheit, Wetter und noch Vieles mehr hielt. Einigermaßen pünktlich vor dem Dunkelwerden machte ich mich mit den acht Pfoten wieder auf den Heimweg, um nicht ganz im Dustern durch die ostfriesische Landschaft zu tapern.

Und jaja, nach dem Couchtisch in Gerhards Wohnzimmer ging es gleich weiter zum Esstisch in Muttis Esszimmer. Und es sah ja auch gleich wieder einladend aus, jetzt am Heiligen Abend.

Und weil ja am Heiligen Abend auch Geschenke ausgepackt werden dürfen, bekam die Mutti im Gegenzug für die köstliche Ente erst einmal einen Becher, den letzten Teil von Harry Potter als DVD und noch einen schnuckeligen Weihnachtsmann, der ihr gleich gefiel. Serviert wurden diese Geschenke dann mit Doris Day und Cary Grant, die ausgerechnet am Heiligen Abend über die Mattscheibe flimmerten. Und damit es auch danach heiter weiter ging, brachte mir unsere Mutter dann noch das Canasta-Spielen bei, obwohl sie mir eine neue Regel erst dann beibrachte, wenn ich sonst gleich gewonnen hätte. Aber immerhin lernte ich genug, um an diesem Abend ein zwei Punkte zu sammeln, und am nächsten Morgen noch ein paar dazuzusammeln, bevor dann am Nachmittag der Rest der Bagage aus Nenndorf, Gelsenkirchen und Krefeld eintrudelte. Ulrich stellte gleich seinen Abendvorrat Gerstensaftes in grünen Flaschen kühl ab, bevor wir anderen uns dem Sekt ergeben konnten. Geschenke, Geselligkeit und gute Laune sorgten für einen anregenden und vielseitigen Nachmittag, an dem natürlich die neustes Smartphone-Technik besprochen werden musste. Da durften also noch Geschenke ausgepackt werden, aber der Engel für Muttis Weihnachtskrippe war ein absoluter Treffer ins Schwarze. Jetzt fehlen eigentlich nur noch Ochs und Esel beim Stall.

Aber sogar die Hunde sollten jetzt nicht leer ausgingen. Wenn das nicht ein Fest für alle ist. Sandras Geschenke kamen gleich in die besten, äh, Pfoten.

Während Queenie dann versuchte, ihrer Kuh nicht nur besonders abstruse Töne zu entlocken, und sie dabei arg malträtierte, hielten wir uns an ein eher klassisches, aber köstliches Weihnachtsessen, bevor wir dann um halb schon wieder Gäste zu einem Glas Wein empfangen sollten, denn endlich kamen Gerhart und Eva wieder einmal zu Besuch; Gerharts letzter Besuch bei Isolde lag schließlich 13 Jahre zurück.

Und so kam es, dass wir am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages in geselliger Runde mit Gerhart, Eva, Isolde, Martina, Ulrich, Sandra und meiner Wenigkeit plus zwei Doggies beieinander saßen und wieder einmal dem Sekt zusprachen. Da ging es um alte Kamellen, neue Ereignisse, Urlaue, Verwandte und Bekannte, sodass jeder sich auch einbringen konnte. Wie im Flüge verging die Zeit. Ein netter Abend, der einfach überfällig war. Schön, dass es endlich so weit war.

Am zweiten Weihnachtstag stand dann wiederum das leibliche Wohl in familiärer Runde im Mittelpunkt: Vati hatte uns zum Brunch ins Blinkfüer eingeladen, und auch Nils sollte mit von der Partie sein. Kurze Zeit später kam auch Dietmar hinzu, der am gleichen Morgen noch aus Gelsenkirchen hergefahren war. Und so gab es wieder einmal angeregte Unterhaltungen mit anderen Gesprächspartnern und viel Interessantes zu hören.

Darf ich da zugeben, dass ich nach einem reichhaltigen und üppigen Essen (aber die Tiramisu war alle; da gab es keinen Nachschlag) zurück zu meinen Hunden wollte, die ich in Muttis Obhut gelassen hatte. Außerdem lockte ein komfortabler Sessel. Während Sandra, Ulrich und Nils noch mit nach Sandhorst fuhren, machte ich einen Rundgang mit den beiden Hunden. Danach konnte ich mich noch einen Moment hinsetzen (mit Kaffee natürlich), bevor im Laufe des Nachmittages auch die anderen wieder eintrudelten, sodass wir uns noch gemeinsam ins Herrenzimmer setzen konnten.Bianca war inzwischen auch eingetroffen, die sich von ihrer Erkältung ein wenig erholt hatte und Djoser gleich das Fell von der Haut kraulte.

Die drei auf dem Sofa konnten sich dann allerdings nicht einigen, ob sie Loriot, die Damen vom Grill oder die Drei von der Tankstelle imitieren wollten. Es scheint wohl sinnvoll zu sein, dem Leser die Entscheidung selbst zu überlassen:

Wenn das kein vielseitiges Weihnachten ist?! Gegen Abend zeigte sich dann eine leichte Sättigung bei Speis und Trank (außer beim Verfasser dieses Textes, der noch drei Waffeln mit Eis und Eierlikör verdrückte), sodass wir die gemeinsamen Tage ruhig ausklingen lassen konnten. Ulrich durfte sich dann noch in der Küche austoben, alldieweil wir anderen weitere Geschmacksproben bei Muttis Sekt und Wein vornahmen. So hatte jeder doch so seine Aufgaben, und auch Sandras Smartphone kann nach Weihnachten besser genutzt werden als noch zuvor….

Advertisements

Über kaynerlei

Übersetzer, Dolmetscher und Deutscher mit Wahlheimat in den Niederlanden, liebem Ehemann, zwei Hunden und Faible für Oper und schöne Stimmen
Dieser Beitrag wurde unter Aurich, Martina, Mutti, Sandra, Ulrich, Uncategorized, Vati, Weihnachten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Herbstliches Weihnachten

  1. Therese und Jürgen TÖLG,
    J.Toelg@t-online.de
    ( > Freunde von Sandra )
    ——————–

    Lieber Kay, Therese und ich, Jürgen, aus Heuchelheim bei Giessen /Hessen wünschen Dir und den Deinen und allen, die in Deinem Weihnachtsblog erwähnt werden, alles Gute im neuen Jahr – vor allem natürlich, daß Ihr gesund und munter bleibt. Mögen Euch Ärger und größere Probleme erspart bleiben. ( Und mögt Ihr immer was Gutes zu essen und genug Sekt zum Trinken haben.
    Lieber Kay, Du hast ein wahrliches Talent, mit Feder oder Tastatur Konversation zu treiben und interessant zu erzählen.
    Besonders danken wir für die schönen Fotos im Anhang. So feiert man also stilvoll Weihnachten westlich des Rheins. Durchaus nachahmenswert. Allerfotogenst sind auch die doggies – zum Streicheln!
    Sandra, die am 14.01.12 mit Therese, Jutta und Katja nach Kitzbühel fahren wird, soll Dir mehr über uns erzählen.
    Alles Gute für 2012, danke für Deinen Blog und herzliche Grüße / Therese u. Jürgen ***

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s