Buchrezension: Petra Oelker, Die Schwestern vom Roten Haus

Rosinas inzwischen 9. Fall; allerdings der erste Krimi, den ich aus dieser Reihe lese.
Die ehemalige Schauspielerin hat inzwischen einen Bürger geheiratet und ist ein wenig in der Hamburger Gesellschaft etabliert, was allerdings immer auch schnell ins Zwielicht gerät, wenn man sich an die zweifelhafte Vergangenheit dieser neuen Bürgersfrau erinnert. Und Rosina findet beim Schlittschuhlaufen die Leiche einer jungen Frau an der Binnenalster. Später wird noch ein Mord folgen. An sich ist es ja eine interessante Idee, eine solche Kriminalgeschichte ins 18. Jahrhundert zu verlegen, aber letztendlich bleibt Mord immer Mord. Und der Mehrwert von Stadt und Zeit entpuppt sich eigentlich eher als Hindernis: Der Leser bekommt ständig überflüssige Randinformationen, die die Spannung eher ab- als aufbauen. Die Intrigen der Handelsstadt bleiben ziemlich oberflächlich, genauso wie die Handelnden, einen zwielichtigen Geschäftsmann, einen verbissenen Buchhalter im Waisenhaus, die unverzichtbare Dame aus dem Bordell und den behäbigen, aber soliden Polizisten. Trotz guter Geschichte und recht logischer Handlung fehlt dem ganzen der Pfiff und vor allem dem Biss. Empfehlenswert sind diese Bücher daher wohl vor allem für Hamburger und eingefleischte Fans des 18. Jahrhunderts. Ich werde mir die anderen achte Krimis aus der Reihe (und alles, was wohl noch kommt) schenken.
Die Schwestern vom Roten Haus: Ein historischer Kriminalroman von Petra Oelker

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Über kaynerlei

Übersetzer, Dolmetscher und Deutscher mit Wahlheimat in den Niederlanden, liebem Ehemann, zwei Hunden und Faible für Oper und schöne Stimmen
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