Zweite Woche in Australien

Zum 19. wurden wir mit Sonnenschein begrüßt, sodass wir unsererseits zu den Shorts griffen. Endlich Sonne und richtige Wärme!!! Jetzt mussten wir uns aber natürlich auch unseren Aufgaben widmen, und Materialien für Weihnachten einkaufen. Auf zum Shopping!!
Für die Fotos und einige Kleinigkeiten ging’s zum K-Mart, für die ersten Sachen zum Karneval zu Target, für die Weihnachtsdekoration zu Red-Dots und für die Lebensmittel zu Coles; schließlich sollten wir am Abend bei Marione kochen. Vorher waren wir auch noch bei Liquorland, um Wein und Sekt zu kaufen. Der Rest des Nachmittags verlief ruhig, und das war nach dem weihnachtlichen Einkaufstrubel in den Ladenpassagen der Galeria auch sehr erwünscht. Am frühen Abend waren wir dann bei Marione, wo Robert gleich die Küche für sich in Anspruch nahm, während ich im Internet meine E-Mail gelesen habe. Das Essen schmeckte dann auch erwartungsgemäß wunderbar und wir haben uns alle so rund und glücklich gegessen, dass für den Nachtisch gar kein Platz blieb. Stattdessen saßen wir draußen auf der Veranda – inzwischen mit warmen Pullis von Richard versehen – und haben dort bis nach Mitternacht geplaudert und dem australischen Chardonnay zugesprochen, sodass wir am Donnerstag lange ausschlafen durften.

Der Donnerstag fing also etwas später als normal mit einem zweiten Frühstück und frischem Cappuccino an, um die Lebensgeister ein wenig zu stimulieren. Des Weiteren saßen wir faul in der Sonne, um zu lesen, mit Nell zu schwatzen und zu faulenzen, bis wir am späten Nachmittag zu Willian fuhren, wo wir Pfannkuchen essen sollten. Bei Willian und Brian ist jeder Besucher allerdings erst einmal damit beschäftigt, die Aberhunderte von gerahmten Bildern auf Schränken, Regalen und Tischen zu bewundern. Die gesamte Familie in Australien, Holland und Irland ist hier irgendwo verewigt. Und da es der Fotos noch unzählige mehr gibt, kramte Willian noch stapelweise Schnappschüsse aus ihrer Kommode, sodass wir vollauf beschäftigt waren, bis die Pfannkuchen in der Pfanne brutzelten. Zum Abendessen kamen Tante Nell und Brian hinzu, der jetzt endlich seinen wohlverdienten Weihnachtsurlaub hatte. Nach dem Essen wechselten wir dann von den Fotos zu den Videofilmen und sahen, wie der Besuch von Robert und Richard 1995 verlaufen war. Da war es auf einmal schon halb zwölf, sodass wir schnell ins Auto sprangen, um wieder zu Nell in die Lightstreet zurückzukehren.

Freitag, der 21.; inzwischen waren wir schon eine Woche Down Under. Jeden Tag ist das Wetter besser geworden und die langen Hosen durften sich ausruhen, während kurzärmlige Hemden und T-Shirts zu Ehren gekommen waren. Da wurde es natürlich höchste Zeit, jetzt endlich auch einmal an den Strand zu fahren. Mit Badetüchern und Badehosen machten wir uns also mit unserem roten Straßenkreuzer in Richtung Cottesloe Beach auf, bei dem ein wunderbares Teehaus steht, und an dem der weiße Sandstrand zum Badespaß einlädt. Allerdings war das feuchte Abenteuer noch äußerst kühl erquickendes, sodass Robert mir lieber mit der Videokamera in der Hand aus zusah, wie ich mir meinen ersten Kälteschock im Indischen Ozean holte. Aber da schmeckte der Flat White im Café gegenüber natürlich doppelt gut!
Pünktlich um 12 Uhr standen wir dann bei Yvonne und Stephen vor der Tür, wo wir mit einem Glas Sekt zum Zwölf-Ührchen begrüßt wurden. Nach einigem hin und her brachte uns Sohnemann André, der gerade seinen Führerschein gemacht hatte, nach Fremantle zum Lunch, das wir in einem urigen kleinen türkischen Restaurant genossen. Mit Häppchen, Fladenbrot und gebratenem Fleisch fühlte sich der Mensch rundum wohl. Wie bestellt tauchte Jeorge auf, nachdem wir fertig waren mit dem Essen und schloss sich unserer Gruppe an, als wir in eine nahe gelegene Kneipe zogen. Inzwischen war auch ihr Freund David zu uns gestoßen, sodass wir trotz des vorweihnachtlichen Trubels am Freitagnachmittag paarweise schwatzen konnten. Vor dort aus ging es weiter zu den Fremantle Markets, wo wir den Nachmittag, der inzwischen zum Abend geworden waren, in einer Kneipe bei live Musik fortsetzten. Inzwischen waren auch noch Stephens Tochter Elise und seine Schwester Sheryl aufgetaucht, wobei Sheryl bei uns blieb, als wir anschließend zum Italiener zum Essen gingen. Nach einem köstlichen Mal wurden wir noch nachhause zu Yvonne chauffiert, sodass wir dort nach einem kurzen Plausch um Mitternacht in die Betten fallen konnten.

Der 22. sah dann nicht ganz so rundum ausgeschlafene Touristen, aber nach einem kontinentalen Frühstück mit Spiegeleiern, Speck und Toast sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Nach einer Verabreichung von frischem Kaffee waren wir wieder für den Tag gewappnet und konnten schnell noch ins nahe gelegene Garden City fahren, wo wir einige Wege erledigen wollten, bevor die Feiertage ins Land zogen. Erfolgreich mit Tüten bepackt gelang es uns wiederum nicht, eine Sonnenbrille für Robert zu ergattern, aber das wird sicherlich noch kommen. Gegen eins erreichten wir mit unserem roten Racker wieder heimatliche Gefilde und sahen einem ruhigen Nachmittag mit Kaffee und Schmöker zur Entspannung entgegen.
Genau das Richtige also, bevor wir am Abend zum Essen bei Marione und Richard erwartet wurden. Marione hatte uns wieder ein köstliches Mal mit Pork Chops (Koteletts) bereitet, das wir genüsslich auf der Terrasse zu uns nehmen konnten. Obwohl wir es gar nicht spät werden lassen wollten, war es auf einmal doch nach 23 Uhr, sodass wir den kurzen Weg wieder zurück nachhause zu Nell trottelten, um dort unter die immer dünner werdenden Bettdecken zu kriechen.

Am Sonntag erwarteten wir Tante Toos, die älteste der van den Dungen Kinder, zum zweiten Frühstück. Willian traf auch noch ein, bevor Raymon, der Sohn von Toos, pünktlich mit ihr eintraf. So konnten wir also erst einmal Kaffee trinken und dann natürlich schon einmal Geschenke austauschen; schließlich würde Toos am Christmas Eve – Heiligabend – nicht mit dabei sein. Anschließend konnten Familiengeschichten von einst und jetzt ausgetauscht werden, bevor Robert und ich uns irgendwann mit Buch oder Video zurückzogen, sodass ich mein Lesepensum verbessern und Robert mit der Filmmontage anfangen konnte. Am Abend konnte Robert uns dann die ersten Früchte seiner Arbeit zeigen.

Heiligabend fiel selbst im heißen Australien auf den 24. Dezember, einen Montag, der uns mit strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen begrüßte. Da waren wir natürlich früh auf! Nach dem Frühstück warfen wir die Badesachen und das Dekomaterial nebst Espressoapparat ins Auto und fuhren wiederum an den Strand bei Cottesloe, der uns um 11 Uhr begrüßen durfte. Nachdem wir uns mit Faktor-30-Sonnencreme eingeschmiert hatten, ging es erst einmal ins Wasser. Das ging mit viel Geschrei einher, denn nach der halbstündigen Autofahrt lag unsere Körpertemperatur erheblich über der Temperatur des Indischen Ozeans…
In der Morgensonne wurde uns aber schnell wieder warm, sodass die Wechsel zwischen Badetuch und feuchtem Nass immer problemloser vonstatten gingen. Von dort aus wechselten wir schnell zum Café, um uns ein köstliches Stück Käsetorte zum Cappuccino schmecken zu lassen. So gestärkt konnten wir uns zum Milch kaufen aufmachen, nicht aber ohne vorher noch eine Sonnenbrille – Aussie made – für Robert erstanden zu haben. Im Supermarkt Coles in Fremantle fanden wir dann noch die Milch, die wir für Jeorge zum Weihnachtsabend brauchen würden und konnten dann endlich zu ihr und David selbst fahren, wo wir auch fast pünktlich um 13 Uhr eintrafen.
Jetzt konnten wir mit der Dekoration der Veranda anfangen: ein Kinderspiel bei einem so schönen Haus mit so einer wundervollen Terrasse; nur die hohen Temperaturen mussten bewältigt werden, denn in der prallen Sonne merkte man sofort, dass es einfach zu heiß war. Auf der Autofahrt zu Jeorge und David hatten wir schon gesehen, dass einer älteren Dame auf dem Gehsteig unwohl geworden war und sie umfiel. Gut, dass sofort viele Menschen zur Stelle waren und anhielten, um ihr zu helfen.
Während Robert und ich Lampen und Weihnachtsschmuck aufhängten, bereitete Jeorge im Haus Kuchen und Häppchen für den Abend vor. David schüttete Eis in die Kühlboxen (Esky), die dann mit Cola, Wein und Bier gefüllt werden konnten.
Um 17 Uhr konnten wir dann endlich duschen, um Meeressalz und Schweiß abzuspülen und frisch und strahlend dem Abend entgegen zu blicken. Die Beine und Füße wurden noch mit Salben zur Vermeidung und Heilung von Moskitostichen eingerieben, was allerdings nicht so besonders viel half.
Gegen halb sieben traf dann die ganze Gesellschaft ein und packte erst einmal die mitgebrachten Lebensmittel in den Kühlschrank und die Kühlbox nach draußen zu den anderen. Erst einmal Drinks für alle, aber dann kam gleich danach das große Geschenke auspacken mit allen 24 Gästen. Da konnten wieder viel gelacht und als Dankeschön umarmt und geküsst werden. Allmählich waren die Temperaturen auch ein wenig gesunken, während der Appetit anstieg, sodass wir uns an die lange Tafel zum Essen setzen durften und konnten.
Bei all diesen Gaumenfreuden merkten wir gar nicht, dass es heimlich still und leise schon spät geworden war. Allmählich packten die ersten wieder ihre Siebensachen mit Essensresten und Esky zusammen, während der Rest Gläser zusammenräumte. Um ein Uhr waren wir dann allein und konnten in Sephs Zimmer zu Bett gehen. Es war zwar noch immer sehr heiß, aber wir waren auch sehr müde.

Der 1. Weihnachtsfeiertag sah uns schon wieder recht früh auf den Beinen. Wir frühstückten zusammen und bekamen dann von Jeorge und David einen anderen Wagen für unsere Reise in den Süden: einen uralten Pritschenwagen, der aber besser für die größeren Abstände geeignet war und außerdem die Möglichkeit zum Schlafen bot, wenn wir denn wirklich kein Zimmer finden sollten.
Nachdem wir unser neues Auto eingerichtet und gecheckt hatten, fuhren wir zum Tanken und dann nachhause zu Nell, um den Rest des Tages nicht in der Hitze (40 Grad) zu verbringen…
Bei Marione und Richard konnten wir am Nachmittag unsere online-Geschäfte erledigen und uns DVD-Filmen widmen.

Auch hier folgt wieder ein Link für die Fotos (einfach auf das abgebildete Foto klicken, um das Fotoalbum zu öffnen):

Zweite Woche in Australien
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Über kaynerlei

Übersetzer, Dolmetscher und Deutscher mit Wahlheimat in den Niederlanden, liebem Ehemann, zwei Hunden und Faible für Oper und schöne Stimmen
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