Erste Woche in Australien

Am 13. fing die Abreise wie befürchtet allzu früh an: Schon vor dem Klingeln des Weckers waren Robert und ich um Viertel vor fünf wach und konnten genauso gut aufstehen; schließlich wollten wir auf jeden Fall fertig sein, sobald John, der sich erboten hatte, Taxi zu spielen, ankommen würde. Erwartungsgemäß war er auch eine gute Viertelstunde zu früh da, sodass wir früher als erwartet am Bahnhof waren. Perfekt, denn nun konnten wir einen Intercity eher nehmen und waren schon kurz vor 8 Uhr am Flughafen Schiphol in Amsterdam. Das Einchecken verlief ruckizucki, sodass wir auf einmal Unmengen von Zeit für Kaffee und zollfreies Einkaufen hatten.
Schnell war es dann Zeit zum Einsteigen und pünktlich um Viertel nach 11 ging’s zum Rollfeld.
Singapore Airlines sorgte für einen guten Service, wir saßen in einer Dreierreihe am Gang, das Filmangebot war gigantisch und umfasste sogar Hörbücher; vielleicht war dies der Grund dafür, dass wir beide nicht schlafen konnten. Somit kamen wir ziemlich übernächtigt 12 Stunden in Singapur an. Dort hatten wir drei Stunden Zeit zum Pippi machen… Wir konnten sogar ins Netz, um die E-Mail durchzusehen.
Ab Singapur waren es nur noch 5 Stunden – fast ein Katzensprung nach Perth, wo wir um halb 4 landeten.
Am Flughafen gab es erst einmal eine endlose Häufung von Kontrollen: Pass hier, Einreisekarte dort, nochmals Pass dort, neugierige Fragen eines Uniformierten zu Zweck der Reise, Reisedauer und sogar Reisebudget, nochmals Pass und nochmals Einreisekarte. Nach fast einer Stunde waren wir durch den Zoll und konnten Tante Nell und Cousine Marione, die zum Flughafen gekommen waren, in die Arme schließen.
Zuhause bei Tante Nell kamen dann schnell noch Cousine Willian mit Tochter Susan und Ehemann Brian, Cousine Jeorge mit Freund David und Mariones Ehemann Richard hinzu. Trotz meiner Befürchtung, dass ich spätestens um 19 Uhr in einen komatösen Jetlag-Schlaf sinken würde, blieb es bis 23 Uhr nett zusammen. Dann durften wir endlich in die Betten fallen.

Am Samstag hatten sich wiederum Verwandte zum zweiten Frühstück angemeldet. Cousine Yvonne mit Ehemann Stephen, Willian, Marione und Richard sowie Jeorge mit Sprössling Seph bevölkerten die Küche, während ich mich bereits der neuen Espressomaschine bemächtigt hatte, um alle mit milchschaumgekröntem Kaffee zu versorgen. So konnte herrlich geschwatzt und gelacht werden.
Um ein vorzeitiges jetlagbedingtes Abstürzen am Abend zu verhindern, gingen Tante Nell, Robert und ich zum Deutschen Club, der mit Tanzmusik und gutem Essen zum vorweihnachtlichen Abend lud. Dem australischen Sommer entsprach es zwar nicht ganz, aber dass war Robert und mir egal, als wir unsere Rinderroulade mit Rotkohl bestellten. Die schmeckte auch herrlich. Dazu gab es einigermaßen frisches Veltins.
Auch an unserem zweiten Abend hielten wir es immerhin bis kurz nach 22 Uhr aus, bevor wir nachhause wollten, um zu schlafen.

Am 16. 12. wollte sich noch immer kein warmes Sommerwetter einstellen. Aber somit blieb genug Zeit zum Schwatzen mit Tante Nell und Willian, die zum morgendlichen Kaffee vorbeischaute. Am frühen Nachmittag wollten Robert und ich dann doch einmal vorweihnachtliche Stimmung schnuppern und fuhren zum Einkaufszentrum Galleria; leider gab es dort außer Massenanstürmen nur wenig Weihnachtliches zu sehen. Also kehrten wir, nachdem wir einige T-Shirts erstanden hatten, wieder zu Nell zurück, damit wir pünktlich bei Marione erscheinen würden, die uns zum Grillen eingeladen hatte. Nach der Begrüßung mit Sekt der Marke Pink (wieso Omen est Nomen) konnten wir über unsere Erlebnisse seit dem letzten Besuch berichten. Wir saßen dabei abwechselnd draußen auf der wunderschönen Holzterrasse und drinnen bei der Küche. Zwiegespräche wechselten sich dabei mit Viererdiskussionen über Politik, Familie und Sonstiges ab. Zum Essen gesellte sich auch Sohn Matthew zu uns, der aber anschließend gleich wieder seinen Computer und seine E-Gitarre malträtieren wollte. Um 23 Uhr kehrten wir leicht beschwipst wieder heim.

Montag war das Wetter wiederum ein kleines bisschen besser, was wir feststellten, als wir an der Hauptstraße auf den Bus warteten. Nachdem es draußen angenehm warm war, erschlug uns beinah die gekühlte Luft im Bus. Aber die Fahrt dauerte nur 20 Minuten. Wir stiegen kurz vor dem Zentrum aus, aber leider war der Buchladen, in dem wir vor 4 Jahren noch so einige Dollar gelassen hatten, inzwischen geschlossen. Also tauchten wir im Stadtzentrum ab – natürlich zum Kaffeetrinken an der King Street mit Flat White und Herbal Tea.
DVD-Läden konnten wir fast übergehen, denn durch den gebietsbedingten Schutz der DVDs lassen sich die australischen DVDs in Europa nicht abspielen. Schade.
Nach einem Blitzbesuch bei McDonalds zum Pinkeln ging es dann in den Zug nach Freemantle, um zu Jeorge zu fahren, die uns schon am Bahnhof erwartete.
In ihrem herrlichen Heim, wo ihr Freund David schon seit einigen Jahren gewohnt hatte, haben die beiden viel angepasst, damit beider Kinder Seph und Billie sowie Aidan gemeinsam glücklich leben können. Und dazu haben sie noch einen tollen Garten geschaffen, sodass der Abend einfach harmonisch und entspannt verlaufen musste. Robert begab sich nach einem köstlichen, von Billie gekochten Essen in die Badewanne, während ich mit David und Jeorge über Gott-und-die-Welt diskutierte. Seph hatte uns sein Zimmer überlassen – wie uneigennützig das war, ist die Frage, denn so konnte er vor dem Fernseher einschlafen – und wir schliefen in seinen vier Wänden angenehm bis in den frühen Morgen.
Nach dem Frühstück am Dienstag mit Müsli und frisch aufgebrühtem Tee fuhren wir mit Jeorge in die Stadt Freemantle. Nachdem wir dort zwei Buchläden abgegrast hatten, war es Zeit zum Kaffee in einem stilvollen Straßencafé, das wirklich erfolgreich gestaltet worden war. Allerdings ging dies wohl auf Kosten des Kuchens, denn hier gab man dem Begriff Kleingebäck eine völlig neue Bedeutung….
Anschließend suchte ich wieder nach den Schlüsseln von Jeorges Daihatsu Charade aus dem Jahre Null, den sie uns freundlicherweise für den Aufenthalt überlassen wollte, sodass wir wieder zu Tante Nell fahren konnten. Während der Fahrt verwechselte ich dieses Mal nicht ein einziges Mal Scheibenwischer und Blinker (Blinker ist hier rechts), musste sich dafür aber mit den Gängen auseinandersetzen, denn jetzt fuhr er zum ersten Mal mit einem Schaltgetriebe statt mit Automat in Australien. Somit griff er also ein paar Mal zum Fensterheber nach rechts statt nach links zur Gangschaltung.
Wieder daheim durften wir uns kurz auf der Terrasse ausruhen, bevor Marione um kurz vor 18 Uhr an der Tür stand; schließlich sollten wir am Abend das Christfest am Heiligabend mit der ganzen Familie bei Jeorge vorbereiten. Zu dem Abend wurden 25 Personen erwartet, und da war natürlich so einiges zu regeln, sodass der ganze Stress nicht bei Jeorge landete. Somit bekam jeder einen Zettel mit den Salaten, Häppchen, warmen Gerichten und Nachtischen, die jeder zu bereiten hatten, wobei Robert und ich zudem auch noch für die Deko zuständig erklärt wurden.
Es wäre nun allerdings sträflich falsch zu denken, dass wir an diesem Abend Schwerstarbeit geleistet hätten, denn die Vorbereitung des Weihnachtsabends war eigentlich eher ein Vorwand für einen lustigen Abend der fünf Schwestern mit Mutter Nell, zu dem wir zur Feier des Urlaubs zugelassen waren. In dem italienischen Restaurant mit BYO (Bring Your Own – eigener Flaschenwein darf mitgebracht werden, für den ein Korkengeld von 5 Dollar, also ca. 3,50 Euro, bezahlt wird) wird man sich sicherlich noch länger an den hysterischen Siebenertisch mit lachenden und gestikulierenden Menschen erinnern. Ausgelassen verließen wir gegen half 11 das „Como di Lago“, um heimwärts zu fahren. Willian war unser Skipper, weil sie keinen Alkohol trinkt.

Zum 19. wurden wir mit Sonnenschein begrüßt, sodass wir unsererseits zu den Shorts griffen. Endlich Sonne und richtige Wärme!!! Jetzt mussten wir uns aber natürlich auch unseren Aufgaben widmen, und Materialien für Weihnachten einkaufen. Auf zum Shopping!!

Und jetzt die Fotos:

Erste Woche in Australien

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Über kaynerlei

Übersetzer, Dolmetscher und Deutscher mit Wahlheimat in den Niederlanden, liebem Ehemann, zwei Hunden und Faible für Oper und schöne Stimmen
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